Eine Stimme voller Liebreiz
Musik ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen des Drachen, er verfügt nicht nur über ein hervorragendes Rhythmusgefühl, sondern vor allem über eine bestechende Gesangsstimme. Wenn er menschliche Gestalt annimmt, erweist er sich als Virtuose der Saiteninstrumente. Seine Stimme, ein satter Baß oder Bariton, vermag in der Zuhörerschaft echte Emotionen zu erwecken. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß der Klang einer Drachenstimme einen verzaubernden Effekt auf Menschen zeigen kann; jene,die sich als unerschrocken genug erweisen, um zu verharren um dieser Stimme zu lauschen, stehen alsbald unter einem Bann. Entgegen allgemeinem Glauben setzt der Drache diesen Effekt jedoch nicht zur Verführung seiner Opfer ein; dennoch kann sich niemand, der ohne Vorsichtsmaßnahmen mit einem Drachen spricht, der wunderschönen, honigsüßen Stimme und der unfehlbaren Diktion entziehen. Wer einmal unter diesen Bann gerät, vergißt nur allzu schnell, daß er in Wahrheit einem höchst gefährlichen Wesen gegenübersteht. Obwohl es außerordentlich gefährlich ist, zu einem Drachen zu sprechen, würde dieser so gut wie niemals zu einem Überraschungsangriff oder einer Hinterlist übergehen; dennoch sollte man immer im Geiste behalten, daß man sich mit einer moralisch verdorbenen Kreatur unterhält, die sich dem Bösen verschrieben hat.


Drachen und Poesie
Drachen sind recht passable Poeten und vermutlich Urheber vieler anonymer Gedichte aus der Zeit vor dem 12. Jahrhundert, die uns nur durch mündliche Überlieferung bekannt sind. Nach erschöpfenden Nachforschungen und unter Ablehnung von dubiosen Werken von Drachen-Troubadouren war es uns vergönnt, dieses Beispiel der Drachenpoesie wiederzuentdecken:

Veni Dulcis Amiga Mea
Cum Qua Iocari Suaviari
Et Teneras Delicas Sumere
Et In Amore Finire
Komm meine süße Freundin
lass uns das Spiel des Kusses spielen
und die süßen Freuden geniessen
und in Liebe sterben

Diese Zeilen sind ein Beispiel höfischer Liebesdichtung. Das Gedicht kam zu uns mit der Unterschrift des Ritters Ambrosius de Jilocasin. Dabei handelt es sich um die menschliche Verkörperung des Erddrachen Jilocasin, des legendären Adoptivvaters zweier Ritter, die sich unter der Herrschaft von Karl dem Grossen auszeichnen konnten.
Obwohl wir nicht wissen, von wem das zweite Gedicht geschrieben wurde, stellt das Thema eine Reminiszenz der Geschichte vom Drachenprinz und einer der Damen von Eleonore von Aquitanien dar. Das Gedicht beschwört auf eindringliche Weise eine Abschiedsszene mit gebrochenem Herzen herauf. Der unglückliche Drachenprinz könnte sich mit genau mit diesen Worten von seiner Liebsten verabschiedet haben.
Dulcis Amica Vale, Sine Te
Procul Hinc Habitatus
Anxius Abscedo, Qui Non
Cito Rediam
Non Discedo Tanem Totus
Remanetqui Tecum
Cogit Amen Meum, Discedo Vix Ego Mecum
Lebewohl, meine süße Freundin,
ohne Dich muss ich von hier nun in die Ferne reisen,
mein Abschied ist voller Trauer,
denn für Jahre werde ich nicht zurückkehren,
doch niemals werde ich vollkommen fern dir sein,
denn meine Gedanken bleiben bei Dir.
Schweren Herzens nehme ich Abschied.

Bei einem von ihnen - dem mysteriösen Cercamon - handelte es sich zweifelsfrei um einen Drachen. Für eine Weile war er mit dem berühmten Marcabru , dem brillianten Troubadour aus der Cascogne, sehr eng befreundet. Cercamons Stil wurde von dieser Freundschaft stark beeinflusst, er war sanft und musikalisch, wie das folgende Beispiel zeigt:
Quant l'aura doussa s'amarzis
e l fuelha chai de sul verjan
e l'auzelh chajan lor latis,
et ieu de sai sospir e chan
d'amour quem te lassat e pres,
quieu ane no l'agui en poder.
Wenn die sanfte Brise wird verbittert
und die Bäume ihr Blattwerk verlieren
und die Vögel nicht mehr singen
werde auch ich, seufzend, von der Liebe singen,
die in mir brennt,
denn es steht nicht in meiner Macht,
dieses Lied zu mindern.
Es existieren auch Zeugnisse über einen weibliche Troubadour von unbekannter Herkunft, die für ihre fröhlichen Verse und lieblichen Melodien berühmt wurde. Das war in einer Zeit, in der weibliche Poeten ihre Lieder von Barden vortragen ließen, höchst ungewöhnlich, ihr Leben bleibt in den Mantel des Schweigens gehüllt. Sie wurde Comtessa de Dia genannt, doch in Wahrheit war sie ein junger weiblicher Drache aus der Familie "Draco splendens". Sie war so kühn und eitel, das sie mit dem Dichten nicht aufhören konnte - vier ihrer Gedichte sind uns bis heute erhalten geblieben. Sie wurde außerdem Mitglied in einer Gruppe von Wandersängern und ging sogar so weit, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben. 

Von Drachen und Menschen
Im Verlauf der Geschichte hat es sich immer und immer wieder gezeigt, daß Drachen und Menschen nicht in Frieden miteinander leben können. So war die Menschheit dann auch nicht in der Lage, aus dem großen und alten Wissensschatz der Drachen zu schöpfen. Religiöser Glaube und des Menschen Trachten nach Macht haben Europa in endlose blutige Kämpfe gestürzt. Die Anführer der Drachen konnten niemals die Gründe für das selbstzerstörerische Verhalten der Menschen verstehen-sie hielten sich aus allem heraus, zurückgezogen in ihren entlegenen Verstecken, fernab von aller Konfusion.
verhüllt von Mysterien hat sich der Zug der Drachen in der Dunkelheit der Legenden verloren. Dennoch verlief die geheime Suche der Drachen nach Erkenntnis niemals unter völligem Ausschluß der Menschheit, da sie jene wenigen Menschen, die nach dem Grund der Wahrheit suchten, immer akzeptiert haben.

Drachen und Rätsel
Drachen sind von Denkaufgaben und Rätseln höchst angetan, oft versuchen sie sogar, einander ein wenig "anzuschmieren". Diejenigen Drachen, die für ihre mentalen Fähigkeiten berühmt sind, nehmen an den Wettkämpfen am hof des Drachenvaters teil. Bisweilen ist es sogar einem freien Menschen gestattet, an diesen Wettbewerben des Geistes teilzunehmen; wir wissen sogar von einem einzigen Mann, dem es gelungen ist, seine reptilischen Rivalen in fairem Kampf zu besiegen. 
Sein Name ruft nicht nur bei Menschen, sondern auch unter Drachen Respekt hervor, die ihm den Titel "Lord of the Dragon" verliehen. Es handelt sich um den Zauberer Merlin, einen der wenigen Menschen, denen die Achtung der Drachen zuteil wurde - wegen des sinnvollen Einsatzes seiner magischen Fähigkeiten und seinem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur. Er ist die Inkarnation von Weisheit und Liebe durch die wahre Natur der Dinge.
Hier ist ein Rätsel, das er gelöst hat, um den Wettbewerb zu gewinnen:

Es ist kalt und es ist heiß
Es ist hell und es ist dunkel
Es ist Stein und es ist Wachs
Doch seine wahre Natur ist Fleisch
Und seine Farbe ist Rot.

Antwort: Das menschliche herz

Kunst und Juwelen
Der Drache liebt die Kunst, besonders Gold- und Silberschmiedearbeiten, und er liebt es, Schätze anzusammeln. Er ist allerdings eher für seine intellektuellen Fähigkeiten als für sein handwerkliches Geschick bekannt. Daher beschäftigt er sich nicht selbst mit der Herstellung von Schmuckstücken, sondern "übernimmt" sie von Menschen nach verschiedenen Methoden. Raub, Plünderung, Handel, Tausch, Betrug - es ist ihm egal, ob ehrlich oder durch Betrug, Hauptsache er kommt in den Besitz der Juwelen und Edelsteine, die er bewundert.
Nach seinem Gefühl besitzt er niemals genug Juwelen, freiwillig würde er sich von keinem einzigen Stück aus seiner Sammlung trennen. Dennoch verschenkt er beispielsweise Juwelen an seine Lieblinge in der Familie; er kann das in dem Wissen tun, dass die jungen Mädchen den Schmuck nicht hinaus in die Welt nehmen können. Er bewacht seine Habe beinahe mit Eifersucht und lagert die Reichtümer, die er im Laufe der Jahre angesammelt hat, in großen Schatzkammern. Er führt auch detaillierte Inventarlisten über seinen Besitz, so dass ihm der Verlust jedes einzelnen Stückes sofort auffallen würde.
Juwelen sind für den Drachen von speziellem Nutzen, denn er schläft üblicherweise auf einem Bett aus Edelsteinen und luxuriösen Stoffen wie Samt und Seide. Für sein Bett kann er keine weichen Steine wie Smaragde oder gar Perlen verwenden, da diese viel zu zerbrechlich sind.

Die Behausung 
des Drachen
Drachen bewohnen normalerweise natürliche Höhlen, die sie an ihre Bedürfnisse anpassen. Die Behausung besteht aus zwei oder mehr Räumen, wobei der dem Ausgang am nächsten gelegene Raum in seinem natürlichen Zustand belassen wird, um keinesfalls Verdacht bei neugierigen Mensch zu erwecken. Üblicherweise wird der Eingang von Pflanzen und Felsen getarnt und ist gerade so groß, daß die Drachen ein-und ausgehen können. Über die Jahre hinweg hat die Reibung der harten Schuppen auf dem Drachenkörper die Wände glatt poliert. Der Drache wählt eine Höhle, die groß genug sein muß, daß er sich darin umdrehen kann, wenn er verfolgt oder bedroht wird; sie darf aber nicht so riesig sein, daß sich ein Eindringling darin verbergen könnte. Der Prozess der "Wohnungssuche" ist immer gleich: Der Drache stößt Ultraschallrufe aus, sensible Vibrissen sitzen wie die "Schnurrhaare" einer Katze um seinen Mund und können das Echo empfangen, das von benachbarten Grotten reflektiert wird. Er sucht nach zwei aneinandergrenzenden Höhlen; sobald er sich für sie entschieden hat, gräbt er zwischen beiden eine Verbindung, die exakt die Größe seines Körpers haben muß. Er vergrößert und poliert die innere Höhle mit höchster Sorgfalt, überprüft sie auf Ritzen oder eventuelle andere Ausgänge und verstopft alle Löcher. Dann errichten er selbst oder seine Sklaven ein kleines Belüftungsloch.
Sollte er mehr Raum benötigen, gräbt sich der Drache neue Zimmer; das geht so lange, bis er einen Höhlenkomplex errichtet hat, in dem er, seine Sklaven und auch seine Schätze bequem Platz finden. Diese grabende Lebensweise ist die unter Erd- und Wasserdrachen am weitesten verbreitete-Feuerdrachen verfügen über andere Sozialstrukturen, Verhaltensweisen und Gewohnheiten. In den speziellen Kapiteln zu jeder der verschiedenen Arten gebe ich detailliertere Beschreibungen über diese unterschiedlichen Behausungstypen und die Sklavinnen und Diener, die mit jeder Familie verbunden sind. 

Der Drachenvater
Die Zahlreichen Drachenfamilien sind in streng hierarchischen Strukturen organisiert, wobei sich alles um die Gestalt eines weisen und gerechten Männchens dreht-den Kopf der Familie, den Drachenvater. Alle anderen Drachen geloben ihm Gehorsam. Das ist notwendig, damit gerechte und friedvolle Entscheidungen getroffen werden können, wenn es um Familienzwist oder territoriale Streitereien geht, die doch immer wieder einmal aufflammen. Der Vater verleiht auch den wahren Namen an jeden seiner Angehörigen. Dieses alte Männchen übt seine Privilegien höchst moderat aus. Sein Hof wird von einer unspezifischen Anzahl junger Drachen gebildet, die als "Bodyguards" und Pagen für den König dienen, sowie von jungfräulichen weiblichen Drachen, die noch nicht die notwendige Reife für eine Paarung erreicht haben. 
Es ist der Drachenvater, der dann entscheidet, wann diese Weibchen für eine Paarung bereit sind. Dabei wird ihm von alten Drachenweibchen assistiert, die nicht mehr fruchtbar sind und sich ermüdet von den wirren der Welt zurückgezogen haben. Diese Weibchen, die ebenfalls sehr versiert in den Belangen der Magie sind, erhalten den Titel "Königin" und die volle Autorität am Hof. Sie wählen die Kandidaten für den Hochzeitsflug aus, und es ist auch an ihnen, nach dem Tod des Drachenvaters einen Nachfolger zu bestimmen. 

Weibliche Drachen
Wie schon zuvor erwähnt, sind weibliche Drachen außerordentlich scheu, sie werden deshalb mit besonderer Vorsicht und Aufmerksamkeit umsorgt. Das brütende Männchen verläßt nicht-wie bei anderen Reptilien-das Gelege, sondern bewacht die Eier aufmerksam und wendet sie sogar regelmäßig. Wenn dann das Schlüpfen bevorsteht, trägt der ängstliche Vater das Ei an einen sicheren Ort, weit entfernt von den nächsten menschlichen Siedlungen und baut ein verstecktes Nest, gut geschützt vor neugierigen Blicken. Sobald das kleine weibliche Baby aus seiner Schale geschlüpft ist, sucht der Vater Nahrung für sie, damit sie fressen kann, ohne das Nest verlassen zu müssen. Wenn das kleine Drachenmädchen dann kräftig genug ist, um sich an den Schultern des Vaters festhalten zu können, transportiert er es auf dem Luftwege zum Hof des Drachenvaters, wo es mit den anderen jungen Drachenmädchen leben wird, bis der Drachenvater entscheidet, daß sie alt genug für die Paarung sind. 
Durch den Schutz und die Aufzucht in der Gruppe verläuft die körperliche Entwicklung der jungen Weibchen langsamer, als bei den Männchen, auch wenn sie die Geschlechtsreife wesentlich früher erreichen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn das junge Drachenweibchen zu sprechen lernt, bevor die Flügelsäcke verschwunden sind. 
Weiblichen Drachen wird großer Respekt entgegengebracht, sie werden wie Königinnen behandelt. Oft stolzer und ungestümer als ihre männlichen Artgenossen sind sie sehr bedacht auf ihre Privilegien. Wenn die Zeit gekommen ist, daß der weibliche Drache bereit für den ersten Hochzeitsflug ist, ist "sie" üblicherweise zu einem schönen erwachsenen Tier herangereift, ausgestattet mit einer Weisheit, die ihr von den gebildetsten Weibchen übermittelt wurde, und allen notwendigen Anweisungen über das weite Feld des Drachenlebens. Sie beginnt ihren Flug alleine, wird aber schon bald von jenen Männchen begleitet, die sich mit ihr paaren wollen. Oft bildet sie zuletzt das Zentrum eines Schwarmes von mehreren hundert voll entwickelten männlichen Drachen. 
Der Flug der Drachen, der durch seine gewaltigen Ausmaße leicht auszumachen ist, bewegt sich dann in Richtung des vom Drachenvater ausgesuchten Ortes der Vereinigung. 
Junge weibliche Drachen, die es bereits zu einer Meisterschaft in den Bereichen der Magie gebracht haben, verwandeln sich oft in die Gestalt einer wunderhübschen Frau. Da sie in der Lage sind, diese Illusion wesentlich länger als ihre männlichen Artgenossen aufrechtzuerhalten, können sie in die menschliche Gesellschaft aufgenommen werden, ohne ihre wahre Identität zu verraten-sie können ihre menschliche Erscheinungsform für eine genügend lange Zeit erhalten. 
Auch heute noch lebt die Erinnerung an solche Begebenheiten in Legenden wie in der Geschichte von Melusine weiter. 

Die Geschichte von Melusine
Diese wunderbare Erzählung von Jean d`Arras berichtet von den Ereignissen im Schloß von Lusignan im französischen Poitou.
Eines Tages erblickte der Graf von Lusignan bei einem Ausritt ein wunderschönes Mädchen, ihr Name war Melusine. Er entflammte sofort in leidenschaftlicher Liebe zu diesem unbekannten Mädchen und bat sie, seine Frau zu werden. Melusine hatte nur einen einzigen Vorbehalt: Der Edelmann dürfte niemals versuchen, sie beim Baden zu beobachten.
Sie lebten glücklich für viele Jahre und hatten viele Kinder. Obgleich menschlich, zeigten die Kinder aus ihrer Ehe doch einige seltsame Züge, wie große Zähne oder ungewöhnlich leuchtende Augen. Dann geschah es: Angestachelt von einer mißtrauischen Magd brach der Graf sein Versprechen und beobachtete seine Frau im Bade. Er entdeckte, daß Melusine sich in einen Drachen verwandelt hatte, und ließ einen gewaltigen Schrei des Entsetzens erschallen-der Drache bemerkte den Betrug des Gatten und floh für immer vom Schloß.
Von nun an herrschte das Unglück über Lusignan. Die ansässigen Bauern berichteten, daß jedesmal, wenn ein Mitglied von Melusines Familie starb, ein Drache gesichtet wurde, der um das Schloß kreiste und bittere Tränen vergoß.
Es wurde auch später noch berichtet, daß ein Drache über dem Poitou gesehen wurde, der die adeligen Opfer der französischen Revolution beweinte.

Favoritinnen
Weibliche Drachen sind "rar", was einen starken Einfluß auf die soziale Organisation der Art sowie auf die Fähigkeit des Drachen, emotionale Bindungen einzugehen, ausübt. 
Ein Drache paart sich selbst mit Glück nur etwa sechs oder sieben Mal in seinem gesamten Leben. Er kann mit dem Weibchen nur wenige Stunden verbringen; das hindert ihn daran, sich stärker an seine gelegentliche Partnerin zu binden. 
Doch auch wenn ein Drache, als ein intelligentes Wesen, sozialen und körperlichen Kontakt benötigt, so ist er von der Natur mit einem starken Konkurrenzdenken ausgestattet worden, wodurch er jeden anderen Drachen als potentiellen Rivalen ansieht. Dadurch wird es ihm unmöglich gemacht, Freundschaften zu anderen Drachen aufzubauen. 
Aus dieser Frustration heraus befriedigt der Drache seinen Wunsch nach Zuneigung mit seinen "Favoritinnen", üblicherweise menschliche Sklavinnen, die fast wie "Maskottchen" gehalten werden. 
Verwöhnt und verhätschelt durch ihren Meister schlafen sie bei ihrem Drachen; die einzigen Aufgaben dieser Fevoritinnen sind, ihn zu liebkosen, für ihn zu singen und ihm Gesellschaft zu leisten, wann immer er es wünscht. 
Gelegentlich erwählt sich der Drache eine neue Favoritin, die alte wird dann aus ihren Diensten entlassen, um Eifersüchteleien vorzubeugen. Diese Favoritinnen dürfen aber keinesfalls mit den Drachenladies verwechselt werden. Zu diesen Damen hat der Drache eine feste und dauerhafte Beziehung. In meiner Drachengeschichtenauswahlseite sind dazu zwei Beispiele angeführt: die Liebe des Drachenprinzen zu Eleonore von Aquitanien und die von Jilocasin für die Dame aus der Gascogne.


Das Erbe des Drachen
Mit eifersüchtiger Aufmerksamkeit hütet jeder Drache in seinem Heim besonders alte, glänzende, runde Steine, die als "Lapis Draconiensis Aurulucentis" bekannt sind. Diese Steine besitzen natürliche Phosphoreszenz. Sie gelangen entweder als Erbschaft oder durch Plünderung in seinen Besitz, nirgendwo sonst auf Erden können sie gefunden werden. Diese Steine sind dem Drachen heilig, seine Wertschätzung für sie ist immens, denn sie sind Symbol ihrer Identität.
Eine ganze Auswahl von Legenden bezieht sich auf diese seltsamen Steine. Obwohl sie eifrig bewacht wurden, gab es einst einen norwegischen Drachen, bei dem es vor einigen hundert Jahren den Gnomen gelang, die heiligen Steine zu stehlen, nachdem der Drachen von einem Rivalen im Duell getötet worden war. Trotz ihrer enormen Kraft war es den Drachen niemals möglich gewesen, die Steine zurückzubekommen; der Verlust war eine Katastrophe für die gesamte Spezies. Nach der Legende kommen die Steine von einem entlegenen, wunderbaren Planeten, der als der "Strahlende Planet" bezeichnet wird, auf dem die "Grossen Drachen" noch immer leben. Vor langer Zeit wurden einige Mitglieder dieser Drachenart vom "Vater aller Drachen" von diesem Planeten verbannt. Es war die Strafe für ihren Versuch, die Natur zum eigenen Nutzen zu verändern, ohne die ökologische Balance und die Kraft des Lebens zu respektieren. Nur der Besitz dieser leuchtenden Steine wurde ihnen erlaubt, als Erinnerung an ihren Heimatplaneten und seine glorreiche Vergangenheit.
Die Legende erklärt den Respekt der Drachen für die Natur und ihre Sorge darüber, das ökologische Gleichgewicht durch ihre Magie niemals zu zerstören. Sie glauben fest daran, dass sie durch strenge Befolgung des Codex der Drachen irgendwann einmal zum Strahlenden Planeten zurückkehren können, um wieder mit den Großen Drachen und jenen die nicht verbannt worden waren, vereint zu sein. Aus diesem Glauben heraus missbrauchen die meisten Drachen ihre Kraft und Macht nicht. Doch als intelligente Wesen mit freiem Willen entfernen sich auch einige von diesem Codex und wählen die Pfade der Finsternis für ihren Lebensweg. Diese Diener des Bösen nehmen an Schlachten teil, einzig um Leid und Zerstörung zu verbreiten. Es gibt die Geschichte eines dieser Drachen, der sich mit dem Herrn der Finsternis verband und über Jahrhunderte als Wächter eines infernalischen Königreichs diente, das Schrecken, Verwüstung und Tod über das ganze Land brachte.
Es ist interessant anzumerken, dass der Drachencodex Diebstahl an Menschen nicht verurteilt, Völlerei aber als unverzeihliche Sünde wertet.


 
 
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